Nachhaltiger Besatz für die Zukunft
Rund 10.000 Forelleneier wurden heute von der Jugendgruppe des Fischereiverein Nürnberg e.V. in unseren Salmonidengewässern „versenkt“.
Forelleneier werden in kleine, mit vielen Löchern versehene Boxen, in Mitten der Flussströmung im Gewässer eingebracht. Die Kinder durften die kleinen Boxen mit den Forelleneiern heute selbst, unter Anleitung von Michael und Rafal befüllen. Die kleinen Boxen kommen anschließend in eine große Metallbox, werden dort vorsichtig mit groben Kies bedeckt. So sind die kleinen lachsfarbigen Eier vor dem Abtreiben geschützt. Durch den groben Kies gelangt das Flusswasser bis zu den Eiern und versorgt sie mit ausreichend Sauerstoff. Aus den Eiern schlüpfen nach etwa 1,5 bis 2 Monaten die Jungfische mit großem Dottersack. Die Winzlinge können die kleine Box aber erst dann verlassen, wenn der Dottersack aufgezehrt ist. So gewöhnen sie sich an die Wasserqualität/Temperatur und sind vor Fressfeinden gut geschützt.
Für die Jugendgruppe ist es ein besonderes Highlight, dass Heranwachsen vom Bachforellenei zum Fischchen hautnah mitzugestalten und damit einen Beitrag zum nachhaltigen Besatz für die Zukunft zu leisten.
Forellen laichen ab Oktober. In der Natur legen die Fische ihre Eier in den gut durchströmten Kiesbetten der Bäche und Flüsse ab. Dazu schlagen sie mit der Schwanzflosse Laichgruben und geben dabei ihren Laich ab.
Forellen brauchen für eine erfolgreiche Fortpflanzung intakte Gewässer. Ein sauberes und lockeres Flusskiesbett ist Voraussetzung.
Leider sind in unserem Breitengraden die Voraussetzungen nicht gerade optimal. Aus der Landwirtschaft wird bei Starkregen sogenannte Sedimente, wie Sand, Schlamm, Gesteinsreste oder organische Partikel ins Gewässer gespült, was dort zur Verschlammung führt. Eine natürliche Vermehrung der Salmoniden in unseren Gewässern ist somit leider beinahe unmöglich – die Eier ersticken unter Schlamm und Sedimente.
Die Brütlinge wachsen in Dunkelheit auf. Es sind echte Wildlinge mit ausgeprägter natürlicher Scheu, die gern in Deckung, Dunkelheit und Schutz leben und ihren Geburtsort, im Gegensatz zu Besatzfischen, später zum Laichen wieder aufsuchen werden.
Diese Nachhaltigkeit wird sich frühestens in drei Jahren auszahlen, wenn die Bachforelle laichreif wird.
Petri Heil und vielen Dank für diesen anschaulichen Naturunterricht.



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