Der Waller – Gigant unserer Gewässer

Der Waller (auch Europäischer Wels) ist einer der beeindruckendsten Süßwasserfische Europas. Sein wissenschaftlicher Name ist Silurus glanis.
Welse gehören zu den Fischen, die zeitlebens wachsen. Wenn man bedenkt, dass sie über 80 Jahre alt werden, kann man sich vorstellen, welch gewaltige Ausmaße sie erreichen können. Kein anderer Süßwasserfisch in Europa lebt so lange und wird so groß wie der Wels.
Mit gut über 2,5 bis knapp 3 Meter länge (Weltrekord 2,92m) und bis zu 160 kg purer Energie ist er ein beeindruckender Räuber in unseren Gewässern, der extreme Anforderungen an Technik, Taktik und Ausdauer stellt.

Welse sind extrem robuste und anpassungsfähige Fische – deshalb kommen sie auch gut in warmen, trüben Gewässern klar. Da der Wels sehr kleine Augen hat, verfügt er als Ausgleich über einen sehr guten Geruchs-, Tast- und GeschmacksSinn. Sein Maul ist mit unzähligen Rezeptoren ausgestattet, die sich z.B. an den Lippen, auf den Barteln, an den Flossen und im Maul befinden. Dank diesen kann der Wels den Unterschied zwischen sauer und süß, sowie bitter und salzig unterscheiden.

Die markanten Barteln des Welses sind zugleich ein Tastorgan, mit dessen Hilfe sich der Wels auch in völliger Dunkelheit orientieren kann. Nicht zufällig ist der Wels ein vorwiegend nachtaktives Tier, der direkte Sonnenstrahlung meidet. Darüber hinaus ist auch das Gehör des Welses sehr gut ausgebildet, sodass er sogar Geräusche über der Wasseroberfläche wahrnehmen kann.

Waller sind stark – deine Ausrüstung muss das aushalten.
Sehr stabile Welsrute mit 200–400 g Wurfgewicht. Große, robuste Stationär- oder Multirolle mit mind. 0,40 mm geflochtener Schnurr. Am großen Einzelhaken hat sich klassisch ein Tauwurm-Bündel gut bewährt. Aber auch Köderfisch oder Fischfetzen sind bevorzugte Köder.

Waller orientieren sich stark über Geruch und Geräusche im Wasser. Kunstköder mit Vibration oder viel Aktion funktionieren daher gut und locken die neugierigen Riesen aus der Tiefe.

In unseren Gewässern besteht eine Entnahmepflicht für diese dämmerungsaktiven Bodenbewohner!

Die Entnahmepflicht für Waller gibt es inzwischen in vielen Gewässern aus fischereibiologischen und ökologischen Gründen.

Der Waller ist ein Spitzenprädator.
Oft werden Welse als furchteinflößende Raubfische dargestellt, die alles verschlingen.
Die Nahrung des Welses ist sehr abwechslungsreich. Der Koloss frisst eigentlich fast alles, was in seine Mundhöhle passt.
Tatsächlich sind sie opportunistische Jäger, sie fressen primär Fische, aber auch Krebse, Frösche und gelegentlich kleine Säugetiere und sogar Wasservögel wie Enten, die sie wie ein „Staubsauger“ einsaugen.

In Gewässern mit vielen Wallern kann das Fischgleichgewicht kippen, weil sie Bestände stark dezimieren.
Er hat kaum natürliche Feinde.
Ohne Regulierung vermehren sie sich stark und werden immer größer und somit zu einer zunehmenden Gefahr für unsere heimischen Fischarten. Durch die Entnahme soll die Artenvielfalt in unseren Gewässern erhalten bleiben.

Waller wurden teilweise künstlich eingesetzt. Wärmere Gewässer (Klimawandel) begünstigen ihre Vermehrung. Bedingt dadurch entstehen teils unnatürlich hohe Bestände.

Die Entnahmepflicht ist eine bewusste Maßnahme der Fischereibehörden und Vereine, um
Bestände zu regulieren und
ein stabiles Ökosystem zu erhalten.

Schickt uns gerne Bilder von euren Fängen.

Petri Heil
Markus